Lebenslauf

 

Slava Cernavca, geboren 1979 in Chisinau, Moldau, ist ein international anerkannter Klarinettist, Komponist und Pädagoge. Er wirkt sowohl als Solist als auch als Kammermusiker in einer Vielzahl von musikalischen Genres, von klassischer Musik über Jazz bis hin zu zeitgenössischer und improvisierter Musik.

Ausbildung und frühe Karriere

Cernavca erhielt seinen ersten Musikunterricht im Alter von sechs Jahren am Musiklyzeum „Ciprian Porumbescu“ in Chisinau, einer Institution für musikalisch hochbegabte Kinder. 
Er begann sowohl Klarinette als auch Klavier zu spielen und entdeckte früh eine Leidenschaft für improvisiertes Musizieren in verschiedenen Musikstilen, darunter Klassik, Jazz, Klezmer und Lautarmusik.
Bereits mit 13 Jahren gewann er den ersten Preis beim Wettbewerb für junge Komponisten der UNESCO-Stiftung in Chisinau. Mit 16 Jahren wurde Cernavca stellvertretender Soloklarinettist des Nationalen Philharmonischen Sinfonieorchesters in Chisinau und schloss sein Klarinettenstudium mit Auszeichnung am Musiklyzeum ab.

1997 zog Cernavca nach München, um seine Ausbildung fortzusetzen. Er studierte zunächst am Richard-Strauss-Konservatorium bei Deborah Marschall und ab 1998 an der Hochschule für Musik und Theater München bei Prof. Ulf Rodenhäuser. 2002 schloss er sein Diplom im Hauptfach Klarinette ab und erhielt 2004 für seine besonderen künstlerischen Leistungen das Diplom „Meisterklassen Podium“. Gleichzeitig begann er ein Jazz-Studium bei Prof. Leonid Chizhik am Richard-Strauss-Konservatorium, das er 2006 abschloss.

Künstlerische Karriere und Ensemblearbeit

Slava Cernavca ist ein gefragter Solist und Kammermusiker. Er tritt regelmäßig bei internationalen Festivals in renommierten Konzerthäusern auf, darunter das MDR Musiksommer Leipzig, Schleswig-Holstein Musik Festival, Mozartfest Würzburg, Benjamin Britten Festival Aldeburgh, die Biennale di Venezia, Macao International Music Festival, Hongkong Chamber Music Festival, Transeuropéenne de Rouen, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Jazzwoche Burghausen, Niedersächsischen Musiktage, Kemptner Jazzfrühling und vielen anderen. Zudem wirkte er in Rundfunk- und Fernsehproduktionen mit.

Als Solist konzertierte er mit u.a. Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Philharmonie der Nationen, WDR Rundfunkorchester Köln, Sinfonieorchester Basel, Berner Symphonieorchester, Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Festival Orchester Krakau, Calgary Philharmonic Orchestra, Opera Nationala Bukarest. 

Ein zentraler Bestandteil seiner künstlerischen Karriere ist seine Zusammenarbeit mit renommierten Musikerpersönlichkeiten u.a. mit Natalia Gutman, András Adorján, Rainer Kussmaul, Nils Mönkemeyer, Michel Arrignon, Ingo Goritzki, Martin Sturm, ebenso mit Ensembles wie demVoyager Quartet, dem Diogenes Quartett, dem Kyklos Ensemble Athen, Opus21Musikplus, Kolsimcha, QuintBläser, Trigon d’anches.

Die intensivste Zusammenarbeit seit der Studienzeit bis heute führt er mit der Pianistin Zoryana Tkachyk als „Duo Cernavca“. 2002 gewannen sie den zweiten Preis beim Kammermusik-Wettbewerb „Mario Fiorindo“ in Turin 2002. 

Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Komponisten der Gegenwart 

Mit Konstantia Gourzi, Moritz Eggert, Tania León, Tiberiu Olah, Helga Pogatschar, Beat Furrer, Olivier Truan, Sofia Avramidou, Enjott Schneider sowie weiteren Komponistinnen und Komponisten hat Cernavca neue Spieltechniken entwickelt und innovative Klangeffekte für die Klarinette erschlossen.


Folgende Ensembles hat Slava Cernavca ins Leben gerufen oder war einer der Mitbegründer:

1999-2010 Konnexion Balkon
2001 bis heute Duo Cernavca
2003-2008 Juon Trio
2007 bis heute Opus21Musikplus
2009 bis heute Acoustic Caravan
2015-2019 QuintBläser
2018 bis heute Ogaro Ensemble
2019 bis heute Slava Cernavca Group
2020 bis heute Trigon d’anches
2021 bis heute Duo mit Martin Sturm (Orgel)
2022 bis heute Zeitgenossen.Art

Aufnahmen und Diskografie

2004 erschien eine CD mit Kammermusikwerken von Richard Strauss, aufgenommen mit dem Ensemble Villa Musica beim Label Dabringhaus & Grimm. 
Weitere Duo-CDs mit Zoryana Tkachyk-Cernavca wurden 2006 und 2017 veröffentlicht beim Label Musicom. Besonders die 2017 erschienene CD „Duo Cernavca“ mit Werken von Schulhoff, Poulenc und Arnold wurde von der Presse gefeiert und für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert.
Darüber hinaus arbeitete Cernavca an der Produktion einer Kriminaloper „Schachabend“ von Helga Pogatschar, für Bläserquintett und Stimme (Salome Kammer), die 2016 im Auftrag des Bayerischen Rundfunks entstand. Diese wurde von seinem Ensemble „QuintBläser“ aufgenommen.

2020 „Néome“ Konstantia Gourzi. Trio für Klarinette, Schlagzeug und Klavier beim Label Ambient Audio
2021 „Moments of silence“ Enjott Schneider, Duo mit Birgit Stolzenburg, (Hackbrett) beim Label Ambient Audio
2021 Klarinettenkonzert in A-Dur KV622 W. A. Mozart, Festival Kammerorchester Krakau, Livemitschnitt beim Label Ohar Records 

Pädagogische Tätigkeit

Neben der künstlerischen Tätigkeit entdeckt Cernavca noch während seines Studiums eine neue Leidenschaft – die Pädagogik. 2004-2006, 2015-2018 und seit 2021 unterrichtet er an der Hochschule für Musik und Theater München im Fach Klarinette und Neue Musik. Dort arbeitet er eng mit dem Ensemble „Oktopus“ der Hochschule zusammen, das sich auf zeitgenössische Musik spezialisiert hat. Cernavca führt regelmäßig Meisterkurse und Workshops  für Kammermusik und Improvisation durch u.a. Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimer, Privatuniversität „Anton Bruckner“ Linz, Musikakademie „Krzysztof Penderecki“ Krakau. 
Seinen Schülern und Studenten hat er zahlreiche Kompositionen und Arrangements zugeeignet. So entstanden bis heute Solostücke, Duos, Trios, ein Bläserquintett „La Fuga Confusa“ ein Quintett für Klarinette und Streichquartett „Vals de Mars“ und ein Concertino für Klarinette und Kammerorchester „Mozaic“.

2018 wurde er berufen, neben seiner Tätigkeit in der Fachschaft Musik auch eine Klasse für Kammermusik bei der Stiftung Landheim am Ammersee zu leiten, eine Position, die er bis heute innehat.Von 2019 bis 2022 unterrichtete er außerdem an der Universität Hildesheim im Bereich Weltmusik und Improvisation. Cernavca setzt sich leidenschaftlich dafür ein, junge Musiker zu fördern und ihnen die Freude an der Musik sowie an der gemeinsamen Aufführung zu vermitteln.

In Bearbeitung

 

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